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Le panoptique, c’est moi

A session at 1. Spackeriade

Saturday 17th November, 2012

12:00pm to 1:00pm (CET)

Seit Ende August werde ich rund um die Uhr kameraüberwacht – egal wo ich bin. Sogar im Schlafzimmer, sogar auf dem Klo. Von mir selbst.

Als ein Experiment zum Thema Post-Privacy und Überwachung, zur persönlichen Dokumentation und als eine Art Kunstprojekt nehmen mein privates MacBook Air, das MacBook Pro bzw. ThinkPad im Büro, mein Nexus 7 und mein Galaxy Nexus wenn sie in Benutzung sind etwa alle 10 Minuten über ihre eingebaute Kamera ein Foto von mir auf. Diese Fotos werden sofort in meine Dropbox geladen und stehen dort ohne vorherige Überprüfung durch mich einigen wichtigen Menschen in meinem Leben zur Verfügung.

Mein Vortrag soll vorrangig davon handeln, welche Auswirkungen dieses Experiment auf mein Leben und mein Verhalten hat. Die psychologische Komponente ist durchaus nicht zu vernachlässigen. In den ersten Tagen wurden die Fotos zu festen Zeitpunkten, z.B. alle durch 10 teilbaren Minuten, geschossen, was dazu führte, dass ich häufig einen Blick auf die Uhr warf und darauf achtete, zum Fotozeitpunkt nichts Unanständiges zu tun.

Nach einigen Tagen gewöhnt man sich jedoch daran, geht z.B. nicht mehr zwischen zwei Fotos auf die Toilette, und spätestens seit ich den Zeitpunkt zufällig variiere, denke ich eigentlich gar nicht mehr darüber nach.

Warum ist das so? Wie fühlt sich das an? Wie fühlt es sich an, in sehr intimen Momenten zu wissen, dass Dritte zusehen? Dass die Bilder vielleicht sogar in falsche Hände gelangen könnten? Was bedeutet es für einen selbst, für sein Schamgefühl, für seine Beziehung, wenn man plötzlich eine Twitter-DM seiner Freundin erhält, man habe vorhin auf dem Klo in der Nase gebohrt? (Ja, das ist mir passiert.) Welche Gedanken macht man sich, wenn YouPorn bei der Masturbation möglicherweise zurück glotzt?

Welchen Nutzen könnte es haben? Selbstdokumentation, visuelles Tagebuch, Kontakt halten in einer Fernbeziehung? Ist es gut, wenn man plötzlich eine Twitter-DM seiner Freundin erhält, die fragt, ob alles in Ordnung sei, man sähe so unglücklich aus? (Ja, das ist mir passiert.)

Abgesehen von den Gedanken dahinter und meinen Erfahrungen damit werde ich die verwendete Technik und deren Entwicklungsschritte und Verbesserungsiterationen vorstellen. Außerdem natürlich die weiterführenden Fragen beleuchten: Ist das sinnvoll? Wollen wir das? Wollen wir das _öffentlich_ haben statt nur einem kleinen Personenkreis zugänglich? Was wären die Implikationen? Wie steht es um die Privatsphäre Dritter, die möglicherweise mit auf den Fotos auftauchen? Was ist die rechtliche Situation?

About the speaker

This person is speaking at this event.
Tim Weber

Nerd. Aufopfernd bis rücksichtslos. Soziopathisch bis gesellig. Mag Code, Musik, Politik, Getränke, Wohnmobile. Wohnt bald überall. Ehrlich, offen und relaxt. bio from Twitter

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1. Spackeriade

Germany Germany, Berlin

17th18th November 2012

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When

Time 12:00pm1:00pm CET

Date Sat 17th November 2012

Short URL

lanyrd.com/szdzt

Official session page

scy.name/talk/panoptique

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